Kennst du diesen Moment kurz nach 20 Uhr? Der Laptop ist zu, das Smartphone liegt griffbereit auf dem Nachttisch, aber im Kopf läuft der Film des Tages unendlich weiter. Unser Verstand klammert sich noch an To-Do-Listen, E-Mails und digitale Benachrichtigungen, während der Körper längst nach Erschöpfung ruft.
Wir leben im Zeitalter der Dauereinschaltung. Jede freie Sekunde wird mit Pixeln gefüllt, jedes Zimmer mit Plastik, grellem Licht und optischem Überfluss. Das Ergebnis? Ein chronisch überreiztes Nervensystem, das den Unterschied zwischen einem echten Säbelzahntiger und der zehnten Push-Nachricht auf dem Display kaum noch unterscheidet.
Dabei sehnen wir uns im Grunde nach etwas ganz Simplem: Nach haptischer Ehrlichkeit.
Nach dem Geruch von schwerem Leinen, der warmen Maserung von echtem Eichenholz, dem matten Widerstand von Papier unter einem Buntstift und der schützenden Dunkelheit eines Raumes, der nicht grell weiß leuchtet.
Entschleunigung ist kein Luxus-Trend und keine Wellness-Auszeit am Wochenende. Sie ist die überlebenswichtige Kunst, sich die eigene Pufferzone zurückzuholen. An einem Ort, der wieder atmen darf: Zuhause.
Beim Stichwort haptische Ehrlichkeit muss ich etwas ausholen. Was mir oft sehr schwer fällt sind konzentrierte Kalenderführungen. Ich will immer... Ich habe auch viele schöne, zum Teil sehr teure Kalender, Filofaxe usw. besessen. Aber es ist bei mir oft das gleiche... das klappt vier Tage. Drei Wochen oder auch mal fünf Wochen. Aber dann kommt der erste Tag den ich auslasse. Dann schau ich rein, es ärgert mich! Ich bin gefrustet. Der "Streak" bricht und ich nehme mir zwar vor eisern zu bleiben aber es klappt dann oft doch nicht. Mein größtes Problem? Ich muss alle Tage, die ich vergessen habe, wirklich überspringen. Das wird unübersichtlich, das nervt. Das sind leere Einträge, die mich immer daran erinnern etwas vergessen zu haben oder einfach nur "verschwendetes Geld" waren. Ein Baum der vollkommen umsonst gestorben ist, wenn man so will.
Meine Lösung? Undatierte Journals. Da habe ich anfangs immer selbst Datum und To Do oder sonstiges eingetragen. Ein toller Stift, der gut übers Papier gleitet (ich liebe eigtl dieses kratzige Füllegeräusch auf dickem Papier, aber das sieht dann meist unschön aus). Haptisch macht es mir aber kindliche Freude, das Ganze auch zu 'bestempeln'. Ein kleiner Mini-Höhepunkt an der ganzen Sache.
Ich hab euch unten verlinkt, was ich nutze. Für mich ist eine englische Bezeichnung gerade recht. Aber die Goodies waren der Ausschlaggebende Punkt...Smileys hinter irgendwas stempeln, oder eine schöne, pralle Sonne...herrlich.
Außerdem: Ich kann dann direkt mehrfach auf die Seite stempeln, ist ja auch schön.